Passionszeit

Liebe Leserin,
Lieber Leser,

die dystopischen Bilder der aktuellen Kriegsschauplätze blieben uns auch in der „heiligen“ Zeit über Weihnachten und zum Jahreswechsel nicht erspart: Zerstörte Häuser in der Ukraine, brennender und qualmender Schutt im Sudan, zuletzt Straßen mit verzweifelten Menschen vor Leichensäcken aus dem Iran.

Und mitten drin immer wieder auch Menschen, die sich all der Not und Gewalt entgegen stellen, die den Wunsch nach Frieden lebendig halten, die Verantwortung übernehmen für Versöhnung, die sich schützend vor Kinder und Frauen stellen und vor dem drohenden Tod bewahren, die Willkür und Ungerechtigkeit benennen.

Menschen, die nicht tatenlos zusehen und eingreifen, oft ohne Rücksicht auf die eigene Person.
Menschen, die so auch zu Schaden kommen, unschuldig Opfer werden,  wenn das Böse mit aller Macht oben auf liegt. 

In ihrem Herzen wirkt oft die Kraft des Glaubens. Für sie ist Gott kein Argument, Gewalt zu üben. Für sie ist Gott der Barmherzige, der sich an die Seite der Notleidenden stellt. Religion, also die Rückbindung an Gott, ist für sie die Kraft, die für den Menschen da ist, für seine Rettung, Heilung, Erlösung, für die Bewahrung der Schöpfung und Schönheit und die Feier des Lebens.

Ob nun Jude, Christ oder Moslem: sie machen mit ihrem Mut zur Tat deutlich, dass Religion kein Opium ist, sondern verantwortliches Handeln beflügelt.

Ob nun organisiert in der „Diakonie Katastrophenhilfe“, der Aktion „Brot für die Welt“, dem „Deutschen Institut für Ärztliche Mission“, oder „ORA-Kinder-patenschaft“, mit denen wir unsere Patenkinder unterstützen, oder einfach Leute, die Not sehen und sie wenden: an ihrer Seite steht Christus. So hören wir das aus der Bibel und bedenken wir das in der Passionszeit.

Bitter ist, dass wir als Menschen offensichtlich nicht ohne unschuldige Opfer auskommen. 

Der Leidensdruck der Verwüstung und des Untergangs muss erst unerträglich sein, bis der Mensch zur Einsicht kommt, dass Übergriffigkeit kein Weg zum Frieden ist und Hass die Zukunft vergiftet. Unsere Handlungsmuster im Konfliktfall greifen mit der Androhung und dem Gebrauch von Gewalt immer wieder zum letzten Mittel des Unfähigen.

Die Passion Jesus erzählt davon, dass Gott also auch heute am Kreuz stirbt, weil Menschen einander Feind sind, weil wir den Finger am Abzug haben, direkt mit Waffen in den Händen und indirekt, wo Leben durch Armut, Hunger, Ausbeutung, Gleichgültigkeit und Bosheit bedroht ist. 

Gott leidet an der Unfähigkeit des Menschen zum Frieden. 

Gott leidet an unserem Kleinglauben zum Guten. Gott leidet an unserer Rechthaberei, am Machtmissbrauch. Er leidet an unserem Mangel zur Liebe. 

Gott leidet – Passionszeit.

Passionszeit – Zeit zum Bedenken, wie wir Anteil haben an dem, was Gott so schmerzt.
Passionszeit im Gebet und Bedenken vor Gott fordert heraus,  sich selbst ehrlich und verantwortlich im Spiegel Gottes zu sehen. Sie wirkt dann konkret die Abkehr von dem, was Menschen schadet und die Hinkehr zu dem, der uns rettet von der  Spirale der Bosheit. Sie findet Antwort auf das fragwürdige in meinem Tun und Lassen im Blick auf den Weg Jesu. 

Die Alltagsexerzitien laden dazu ein. Gottesdienste und Passionsandachten laden dazu ein. 

Die Passionszeit stellt uns auch vor Augen: Gott gibt sich hin, geht dazwischen und rettet Leben, bringt es wieder in die Spur, rückt es zurecht, erneuert es aus der Liebe.
Passionszeit lebt so von Ostern her, vom Glauben an die Auferstehung, an das heilvolle Eingreifen Gottes gegen den Tod.
Passionszeit lebt so auf die Erfahrung unseres Glaubens hin, das nichts endgültig ist, was uns nach unten zieht. Der Hass nicht und auch der Tod nicht.
Passionszeit verändert, weil Liebe und Vergebung, Auferstehung und Neuanfang das Leben in ein anderes Licht tauchen.

Von diesem Licht wünsche ich mir reichlich im neuen Jahr.

Ihr Stefan Lipfert, Pfarrer

Tageslosung

Tageslosung vom
25.02.2026
Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand.
Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!

Redaktionsschluss Kiliansbote

Der Redaktionsschluss für den nächsten Kiliansboten ist am 23.03.2026.
Beiträge nimmt bis dahin für die Kirchengemeinde Kasendorf Tanja Friedrich per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und für die Kirchengemeinde Peesten Maximilian Krüger entgegen.

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