Gott! In meiner Not wende ich mich an dich. Es geht mir schlecht. Meine Kräfte lassen nach. Ich habe Schmerzen. Die Medikamente, die ich bekomme, wirken nicht so, wie ich gehofft hatte. Mein Arzt weicht meinen Fragen aus. Er redet mir gut zu, aber es klingt nicht überzeugend. Meine Angehörigen wissen mit mir nichts anzufangen. Sie sprechen mit mir nur über Gleichgültiges. Ich fühle mich isoliert. Es ist niemand da, mit dem ich reden kann. Ich wünsche mir jemanden, der meinen Fragen standhält. Einen Menschen, mit dem man alles durchsprechen kann, ehe es zu spät ist. Ich habe nie an mein eigenes Sterben gedacht, aber jetzt kommen solche Gedanken über mich. Ich würde jetzt gern auch über die Möglichkeit des Sterbens sprechen. Ich habe aber niemanden, dem ich ein solches Gespräch zumuten kann. Sie haben alle Angst vor dem Sterben. Herr Gott, an dich wende ich mich, weil ich glaube, dass du da bist und mir nicht ausweichst. Dein Sohn Jesus Christus ist durch den Tod gegangen, auch für mich. Er wird wissen, wie mir´s zumute ist. Lass mich seine Nähe spüren. Ich muss meine Situation klar erkennen, denn es ist noch manches ungeklärt an meinem Leben. Ich habe vieles versäumt. Es müssen noch Entschlüsse gefällt werden. Ich bitte dich, sprich du mit mir. Ich traue auf dich. Amen
Evangelisches Gesangbuch, Seite 1481

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